Wer’s glaubt, wird selig!
Schon merkwürdig: Nie zuvor in den vergangenen 20 Jahren (tatsächlich, so lange schon gibt es diesen Gottesdienst in der Christnacht in Hergershausen) habe ich so viele Rückmeldungen vorab auf das Thema des Gottesdienstes 2009 erhalten wie in diesem Jahr. Man lachte häufig ob der Skurrilität des Satzes.
Genau, so ist es: Wer’s glaubt, wird selig!
Allerdings anders verstanden, als der Satz zunächst vorzugeben scheint: Wer es glaubt, ist der Dumme. Der wird schon sehen, was er davon hat, nämlich nichts oder zumindest Bitteres. Erfahrungen, die offenbar viele miteinander teilen. Am besten nichts und niemanden glauben.
So sagen viele:
Politische Versprechungen vor einer Wahl gleichen meistens doch nicht den Ergebnissen nach Koalitionsverhandlungen. Wer’s glaubt, wird selig!
Man beichtet:
Die dem Finanzamt zugeleiteten Steuererklärungen seien nicht ganz deckungsgleich mit den tatsächlich im Alltag getätigten Ausgaben oder Einnahmen. Wer’s glaubt, wird selig!
Oder erzählt sich:
Nach wenigen Treffen mit einem Gegenüber sich bereits zu früh der Liebe zu versichern, sei ebenso falsch, wie nach langen Jahren beweisarm zu behaupten: Ich liebe dich! Wer’s glaubt, wird selig!
Wer’s glaubt, wird selig, und wer’s nicht glaubt, kommt auch in den Himmel. Ja, was denn nun? Ist das Leben eine Parodie, die man nicht ernst nehmen muss, oder sind unsere Erfahrungen so bitter, dass wir es nicht ernst nehmen können? Oder geht es um den Ernst des Lebens und „dass man etwas dagegen tun muss“, wie ein Buchtitel suggeriert?
Immerhin: Das wirkliche Wort stammt aus der Bibel, aus dem neuen Testament, dem Buch des Markus, Kapitel 16, Vers 16:
Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird Gott immer fern bleiben.
Ob wir das auf Dauer aushalten mögen: Gott auch über den Tod hinaus fern zu sein? Das scheinen viele auszuhalten. Aber tatsächlich? Ich kenne etliche, die ihren Glauben nicht veröffentlichen möchten, aber dennoch darauf vertrauen, dass es einen Gott gibt, der zur Seligkeit verhilft.
Was glauben wir tatsächlich? Möchte wir nicht doch wirklich selig werden, in den Zustand vollendeten Glücks kommen, eins werden mit Gottes Willen?
Lassen Sie sich im Gottesdienst in der Christnacht auf diese Gedanken, auf die Musik und Worte ein. Feiern Sie die Geburt Jesu Christi mit, die Verheißung von Seligkeit.
Das besondere Licht, in dem zudem die Evangelische Dorfkirche und der Kirchgarten erstrahlen, wird in allen Sinnen Weihnachtliches anrühren.
Dabei auch die Blues-Band mit Helle Baum (Saxofon, Akkordeon), Gerald Jäger (Keyboard), Jürgen Hermann (Schlagzeug), Harz Gassen (Bass) und Manfred Schulze (Gitarre).
Freuen wir uns auf die Heilige Nacht! Wer’s glaubt, wird selig! Tatsächlich!





