Das Heilig Abend Projekt
"Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird;
aber soviel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll"
(G. J. Lichtenberg, 18.Jh.)
Seit 1990 lädt Pfarrer Wolfgang H. Weinrich zum "Gottesdienst in der Christnacht" um 22 Uhr ein. Zwanzig Jahre in die Dorfkirche in Hergershausen, ab 2011 gemeinsam mit Pfarrerin Anja Schwier in den Jagdhofkeller in Darmstadt.
Die Idee einen anderen Heilig Abend Gottesdienst zu feiern entstand aufgrund einer persönlichen Lebensveränderung und der Begegnung mit vielen jungen Menschen, denen klassische Gottesdienste nichts mehr bedeuteten. So war ursprünglich war die „Christnacht“ für die Menschen gedacht, die sich gerade an Weihnachten mit dem traditionellen Familienbild schwer tun, die sich aufgrund von Lebensumbrüchen und Krisen besonders allein fühlen und an diesem besonderen Abend traurig sind, aber dennoch feiern wollen. Viele und immer mehr kamen und brachten ihre Gedanken, Hoffungen und Emotionen mit. Inzwischen kommen die verschiedensten Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen.
Seitdem gibt es die „Christnacht“ mit Talk-Gästen, die etwas zum Thema des Abends zu sagen haben. Die Musik ist mal bluesig, rockig und mal ganz meditativ. Die Atmosphäre schon beim Ansingen der Lieder vor dem Gottesdienst lädt einstimmend auf den Anlass des Festes ein. Lichtilluminationen vertiefen das Ereignis des persönlichen Neuanfangs, der immer auch mit Weihnachten verbunden ist. Im Zentrum des Gottesdienstes steht immer die Lesung der Weihnachtsgeschichte nach dem Evangelisten Lukas in der Übersetzung Martin Luthers: "Und es begab sich zu der Zeit..." Die Predigt erinnert an Gottes geschenktes Leben und macht Mut, selbstbewusst in den Alltag zu gehen.
An den Reaktionen derer, die kommen zeigt sich, wie wichtig es ist, sich an diesem Abend seinen Emotionen zu stellen und sich womöglich in sie fallen zu lassen. Das gilt besonders für die Menschen, die ganz schwer an ihrem Schicksal tragen. Die vielleicht vor dem Fest sagen: "Ich werde mich besser verkriechen"; "ich möchte niemanden sehen", oder "ein Tod, eine Trennung hat mir so sehr zugesetzt: Ich will gar nicht feiern".
Wenn gerade an diesem Abend die Botschaft vom lebensschaffenden, tröstenden Gott keine Bedeutung hat, wird sie es nie haben. An Weihnachten können wir vielmehr sicher sein, dass er uns ganz, ganz nahe ist. Dass er hält, trägt und antwortet.
Wir freuen uns auf Sie!
- 2011 Träum' weiter. Zwischen Tag- und Kinderträumen, Wunsch- und Alpträumen, hängen wir Träumen nach oder verbieten uns zu träumen. Gäste sind Menschen, die Träume wahr werden lassen, wie der Fotograf Joachim Storch u.a.
- 2010 Keine Christnacht
- 2009 wer´s glaubt, wird selig! Was glauben wir wem? Glauben wir die alte Geschichte. Talk mit Menschen, die an Heilig Abend im Gottesdienst sind. Was glauben wir heute, was trägt uns?
- 2008 waren unter dem Motto Unterwegs ankommen menschliche Lebensstationen angesprochen, mit einer Bank als Symbol fürs Unterwegs-Sein. Gast am Telefon: ZDF-Korrespondent Walter Heinz, live aus Kenia.
- 2007 war unter dem Motto Staunen ist der Anfang jeder Beginn im Leben im Blick. Gast am Telefon in Berlin war der Schauspieler Rainer Hunold, in Hergershausen antworteten auf Fragen Andrea Schwalb (Objektkünstlerin) und Reinhard Jörs (Journalist / Redakteur Darmstädter Echo).
- Mit dem gesamten Leben befasst sich der Gottesdienst 2006 unter dem Motto Alles inklusive. Gäste sind die Lektorin des S.Fischer Verlags Eva Kutter, der ehrenamtlicher THW-Helfer Steffen Antel und der Zahnarzt Dr. Gerhard Stockum.
- Angst und deren Überwindung wird 2005 zum Thema: Fürchtet euch nicht! Gesprächsgäste sind die Diplompsychologin und Traumatologin Ulrike Völkel, der Schauspieler und Musiker Thomas Heidenreich und die Schülerin einer Schule für Hochbegabte Stephanie Schick.
- Vergängliches und Unvergängliches wird 2004 zum Thema: Ein Hauch von Ewigkeit: Nachhaltigkeit sind Worte in Gesprächen mit Kultusministerin Karin Wolff und dem ZDF-Redakteur (live aus Bethlehem) Dietmar Schumann, Gast der kath. Chor St. Sebastian
- Sehnsucht nach dem Paradies, bringt Auseinandersetzungen mit unseren Hoffnungen 2003 mit der Reisenden Nadine Bennemann, dem Meditationsanleiter Günter Hensel, dem ZDF-Korrespondenten Dietmar Schumann in Jerusalem und dem Lichtkünstler Gerd Meiswinkel.
- licht - einfall, Thema 2002 mit dem Lichtkünstler Gerd Meiswinkel, dem Physiotherapeuten Matthias Lehneis und dem Journalisten Kai Fuchs.
- Wie ein Stern vom Himmel... das Motto 2001. Ein Gespräch mit dem ZDF-Korrespondenten Dietmar Schumann in Kabul und Lufthansa-Piloten Peter Geisinger im Flugzeug machen erneut die Schwierigkeit, den Frieden zu feiern, deutlich. Ein Pflanze, der Weihnachtsstern, erinnert
- Hinter'm Horizont... scheint vieles im Leben zu liegen: Das Spiel mit dem Reiz der Erreichbarkeit der Dinge beschäftigte im Jahr 2000. Ein Kaleidoskop spiegelt in seiner Buntheit die verschiedensten Facetten der Möglichkeiten und erinnert.
- Es begab sich zu der Zeit... sind die eröffnenden Worte der Weihnachtsgeschichte. 1999 stehen sie im Vordergrund einer vorausgegangenen Befragung von ZeitungsleserInnen und Rundfunk-hörerInnen. Das Tagebuch “Lebenszeiten – Lebensseiten“ erinnert.
- Mittendrin und von ganzem Herzen... ist das Motto 1998. Das Herz als Zentrum des persönlichen Antriebs - wofür schlägt meins? Ein Telefonat zum Thema Hilfe für Honduras mit Ministerin Heidi Wieczorek-Zeul, ein Brautpaar. Herzen aus Lebkuchen erinnern.
- 1997 heißt es Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... Bleibt der Zauber des Anfang erhalten oder was ist, wenn er verfliegt? Eine Ehepaar wird getraut. Das Lied „Heut Nacht“ lädt zum Tanzen ein. Das Gedicht Hermann Hesses „Stufen“ erinnert.
- ...und hätte die Liebe nicht. Ein Gast von "oben aus der Kanzel" ist dabei, zwei Taufen werden gefeiert und überhaupt dreht sich alles um die Liebe. 1996 ist ein Gottesdienst mit lateinamerikanisch-bluesiger Musik und Alphornklängen. Ein Freundschaftsband aus Guatemala erinnert.
- ...und der Himmel schaut zu! Ein Live-Telefonat mit dem Piloten einer Lufthansa-Maschine, die gerade über Fernost fliegt und Fremdsein thematisiert, bildet den Höhepunkt des Gottesdienstes 1995. Die Ergriffenheit erinnert.
- ...und es bewegt mich doch! lautet angesichts vieler täglicher Meldungen und Berichte das Thema 1994. Eine Psychotherapeutin, ein Blinder, ein Unternehmensberater und eine Ausländerbeirätin sagen, warum sie sich "bewegen" lassen. Abendmahl wird gefeiert. Eine Kugel erinnert.
- 1993 wird die Dunkelheit, der Menschen in ihrem Leben immer wieder begegnen, im eigenen oder fremdem Leid, bearbeitet. Irgendwann wird die Nacht hell... ist vor allem ein stark musikalisch gestalteter Gottesdienst. Eine Kerze mit Schmuckband erinnert.
- In einer Talkrunde sprechen eine Hebamme, eine Auszubildende, ein EDV-Fachmann und ein Journalist 1992 über ihre Erfahrungen. Verlangen nach Leben... ist der Titel des Gottesdienstes. Ein frischer Buchsbaumzweig erinnert.
- Auf der Suche nach der verlorenen Zeit... ist der Leitsatz 1991. Die Vergänglichkeit und der Umgang mit der eigenen Zeit werden thematisiert. Eine handbeschriebene Baumscheibe erinnert.
- Allein, nachdenklich, traurig, genervt, zweifelnd, einsam... lasst uns trotzdem feiern, ist die Aufforderung 1990. Über 250 SchülerInnen der Offenbacher Theodor-Heuss-Schule beteiligen sich daran mit der Frage: "Wann war zuletzt für mich Weihnachten?" Ein Tränen-Taschentuch dient der Erinnerung.
Ihr Wolfgang H. Weinrich

(Wolfgang H. Weinrich)




